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Altstadt oder Nordstadt?
| Römische und fränkische Spuren
| Entstehungsgeschichte eines Handwerksviertels
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| Von gestern bis heute
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Römische und fränkische
Spuren
Die
Heerstraße, die Hauptschlagader der Altstadt, läuft genau
auf die Südwestspitze des ehemaligen Römerlagers zu. Sie war
schon vor 2000 Jahren eine bedeutende Straße und verband das Römerlager
mit dem fernen Trier. Abgüsse römischer Stelen und Monumente,
die hier gefunden wurden, dienen der Heerstraße heute als verkehrsberuhigende
Halbinseln.
Der Römer Drusus hatte von seinem Stiefvater Augustus den Auftrag
erhalten, die Rheinlinie zu sichern. Im Jahr 11 v. Chr. errichtete er
im jetzigen Bonner Norden ein Römerlager, übernahm den Namen
"bonna" aus dem Keltischen und baute eine Brücke über
den Rhein. Dieses Römerlager "castra bonnensia" lässt
sich bis heute mit seinem quadratischen Grundriss in jedem Bonner Stadtplan
wieder finden: in den Straßen Rosental, Graurheindorfer Straße,
Augustusring sowie dem Rheinufer. Die älteste Straße Bonns,
die Römerstraße, war die Hauptstraße des Lagers, die
so genannte via principalis.
Im südwestlichen Quadranten des mittlerweile von Franken eroberten
und "Bonnburg" genannten Lagers (Rosental/Graurheindorfer
Str.) lag die christliche Dietkirche, die nach und nach ihre zentrale
Bedeutung an die Münsterkirche abtreten musste. Ihr Grundriss sowie
einige Abgüsse und ein Broncemodell des Römerlagers sind
in dem Innenhof der Wohnanlage Am Römerkastell/Didinkirica zu besichtigen,
der spätromanische Taufstein in der jetzigen Stiftskirche an der
Kölnstraße.
Nördlich und parallel zur Heerstraße verlief die alte römische
Wasserleitung, die das Lager mit frischem Wasser aus der Eifel versorgte.
Der Verlauf des Aquäduktes ist heute mit hellen Steinplatten markiert,
wo er die Straßen Im Krausfeld, Georg- und Dorotheenstraße
kreuzt.
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