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Altstadt oder Nordstadt?
| Römische und fränkische Spuren
| Entstehungsgeschichte eines Handwerksviertels
| Die Stadtteilsanierung
| Von gestern bis heute
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Entstehungsgeschichte
eines Handwerkerviertels
Bonn
im Jahre 1850, nördlich der Stadtmauer: Hier lagen Gärten,
Äcker und Weiden, wohin das Auge reicht. Aber bereits einige Jahrzehnte
später, um die Jahrhundertwende, blühte an derselben Stelle
ein Handwerksviertel mit einer Mischung aus kleinen Gewerbebetrieben,
Läden, Gastwirtschaften und Wohnungen, lange Zeit das dicht besiedeltste
Gebiet Bonns. In der Peter- und Paulstraße entstanden schon früh
- ab 1862 - in zusammenhängender Bebauung genossenschaftliche Wohnungen
und Werkstätten für Arbeiter, die ersten Häuser eines
sozialen Wohnungsbaus in Bonn.
Lag die
Nordgrenze Bonns bis dahin am Stiftsplatz, so markierte bald der Frankenplatz
den Norden der Stadt. Er hieß bis 1922 Adolfplatz und war bis
zum Bau des Frankenbades in den 60er-Jahren der größte Platz
Bonns.* Hierhin wurde 1925 der Gemüsegroßmarkt verlegt, hier
fuhren die Kinder im Winter Schlitten, gastierten Zirkus und Kirmes.
In dem heute Altstadt genannten Viertel lebten Handwerker und kleine
Angestellte der unteren Mittelschicht. Es bildete so das Pendant zu
der fast zeitgleich entstehenden Südstadt, in der sich vornehmlich
Kaufleute, Professoren und Pensionäre niederließen. Im Gegensatz
zu der Südstadt, die überwiegend ein Wohngebiet ist, war in
der Altstadt von Anfang an ein Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten
geplant, lagen in den unteren Etagen der Häuser und in den Hinterhöfen
meist Gewerberäume. Diese gemischte Nutzungsstruktur hat sich bis
heute in der Altstadt gehalten, noch immer wird hier neben- und miteinander
gelebt, gearbeitet, ausgegangen und eingekauft.
* Platz und gleichnamige Straße sind übrigens nach Adolf
Prinz zu Schaumburg-Lippe benannt, der im Palais Schaumburg residierte.
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