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Die Löwen von Bonn
Am
Sterntor, mit Blick zur Nordstadt, stand die so genannte Löwensäule.
Der von der römischen Steinskulptur übernommene Löwe
ist auch bis heute Wahrzeichen und Wappentier der Stadt Bonn.
Im Bonner Norden aber lebte der eigentliche und echte Löwe von
Bonn: Er war ein Geschenk der südafrikanischen Stadt Pretoria an
die Stadt und hieß "Bonn". Er wurde 1956 auf dem Gelände
der alten Stadtgärtnerei untergebracht, einem anerkannten Asyl
für heimatlose Tiere, dem so genannten "Schulzoo". Er
lag an der Römerstraße, nördlich des ehemaligen Römerlagers
und schräg gegenüber dem jüdischen Friedhof. Nächtliches
Gebrüll und Geruch ("Vorsicht: Löwe nässt")
wurden von den Anwohnern im Bonner Norden duldsam ertragen.
Doch schon am Aschermittwoch 1971 war alles vorbei: Der Schulzoo musste
dem heutigen Wohnpark am Römerlager und dem Wohnstift Augustinum
weichen, auf der Waldau wurde als Ersatz ein Wildgehege errichtet -
ohne Löwe natürlich. "Bonn" kam ins Exil in einen
Paderborner Safaripark und starb dort nur zwei Wochen später an
Heimweh und gebrochenem Herzen.
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