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Kurfürst
Max und Karl Marx - Die Bonner Ma(r)x Brothers
Als
Spätfolge der Französischen Revolution war Bonn 16 Jahre lang
französisch. Noch ein zweites Mal kam die Altstadt mit der Revolution
in Berührung. Auf gemeinsamen Beschluss von SPD, Zentrum und Deutscher
Demokratischer Partei wurde im Jahre 1922 die Maxstraße, benannt
nach dem Kurfürsten Max Franz, in "Karl-Marx-Straße"
umgetauft. Karl Marx hatte durchaus seriös in Bonn Jura, Philosophie
und Geschichte studiert. Die Zentrumspartei wollte damit Schlimmeres
verhindern und möglichen Unruhen im eher fortschrittsfeindlichen
Bonn den Wind aus den Segeln nehmen. Trotzdem kam der Vorgang einer
kleinen Revolution gleich und führte zum Aufstand im eigenen bürgerlichen
Lager.
Schon 1933 machte der erste nationalsozialistische Bürgermeister
Bonns die Entscheidung wieder rückgängig. 1949, vier Jahre
nach dem Krieg, erhielt Karl Marx vom Stadtrat eine neue Chance, in
Bonn Fuß zu fassen. 11 Jahre lang schmückte sich die Altstadt
mit der Karl-Marx-Straße, bis 1961 eine Stimmenmehrheit der CDU,
der Zentrums-Folgepartei, unter der Leitung des Oberbürgermeisters
Wilhelm Daniels im Handstreich und in einer tumultartigen Sitzung die
Zurückbenennung der Straße beschloss. Und so musste Karl
Marx wieder aus der Altstadt ausziehen und bis heute dem Kurfürsten
das Feld räumen.
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